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Auch beim diesjährigen Erntedankgottedienst war die Kirche wieder „in der Reih“. So wie es in den letzten zehn Jahren üblich war für Waltraud Leinberger, unserer Küsterin. Ende September endet ihre Arbeit, welche sie mit viel Engagement geleistet hat und ihr nun in einem feierlichen Rahmen gedankt wurde.

Vor der Verabschiedung wurde Erntedank gefeiert. Der Gottesdienst wurde eröffnet mit einem kleinen Anspiel. Eine Grille hatte den ganzen Sommer über nichts anderes getan als gegeigt, gegeigt und gegeigt. Und als dann der Winter kam, hatte sie nichts zu essen, denn sie hatte ja das Feld nicht bestellt, also auch keine Ernte. Hatte keine Wolle gezupft, also auch keine Handschuhe. Hatte auch kein Winterhaus gebaut, mit Ofen. 

Erst nach Versuchen beim Hirschkäfer oder Maus einen Unterschlupf für den Winter zu finden, war es der Mauwurf, der die Grille freundlich empfing und sie in seinen Bau einlud. „Spiel doch mal was auf der Geige, du!“, sagte der alte Maulwurf. 

Und die Grille fidelte und geigte. Und der Ofen bollerte. Sie kochten sich gute Krautsuppe mit Mausespeck oder zwei süße Erbsen pro Person! Abends lasen sie zusammen in der Zeitung. Das Sofa war schön weich und sie haben sich nie, nie, nie gezankt.

So verging ihnen der Winter wie ein Tag. War ein schöner Winter für die beiden. Und der schönste in ihrem ganzen Leben!

Für Pfarrerin Antje Armstroff machte die Geschichte der Grille eines bewusst: „Wenn wir uns umgucken, wenn wir den geschmückten Altar sehen, dann sehen wir: wir leben ein Leben, indem wir reich beschenkt sind. Ein Leben, für das wir Danke sagen können, weil wir alles im Überfluss haben. Ein Leben, dass wir nicht ohne ein Dach über dem Kopf, ohne etwas zu essen und ohne Kleidung verbringen müssen. Und wir sind reich beschenkt an Gemeinschaft. Eine warme Gemeinschaft, die hier in unserer Kirche so warm ist wie der Bollerofen des kleinen Maulwurfs.

Für alle Gottesdienstbesucher gab es noch ein kleines Geschenk, „dieses kleine, verschrumpelte Etwas“, wie es Pfarrerin Armstroff es beschrieb. Es waren Blumenzwiebeln, welche jeder Zuhause im Garten pflanzen könne. Sie verband dies in der Hoffnung, dass die Zwiebeln „vielleicht im Februar oder März Blüten tragen“:

Die Blumenzwiebeln sollen symbolisch für den Samen stehen, den Gott in uns gesät hat. „Dieser Samen kann vieles sein, vielleicht unsere Gastfreundschaft, wie beim Maulwurf, vielleicht unsere Begabung Freude zu verbreiten, wie die Grille. Jede und jeder hat etwas, was Gott in uns eingesät hat, damit wir es weitergeben können.

„Und wir selbst? Ich bin gespannt, war wir außer den Blumenzwiebeln noch so sähen und hegen und pflegen werden. Was davon Wurzeln schlägt und wächst und gedeiht. Mal sehen, was im nächsten Frühling und Sommer hier blüht, in unseren Gärten, in unserem Leben, in unserer Gemeinde“.

Die Kindergottesdienst-Kinder sagen unter instrumentaler Begleitung von Anette Keil „Gott hat unsre Erde schön gemacht, wofür sie kräftigen Applaus erhielten.

Pfarrerin Armstroff danke Waltraud Leinberger für ihre langjährige und zuverlässige Arbeit als Küsterin, welche Ende September enden wird. Wenige Wochen zuvor wurde beim Mundartgottesdienst noch ihr 10jähriges Dienstjubiläum gefeiert. „Ich glaube, Sie haben in dem Gottesdienst gespürt, wie dankbar die Kirchengemeinde in Feldkrücken über Ihren Dienst war und ist. Dass die Kirche „in der Reih“ ist, die Lieder angesteckt sind und der Weihnachtsbaum in all den Jahren kein Feuer gefangen hat.“

Den Dankesworten von Pfarrerin Armstroff schloß sich der Kirchenvorstand an, welcher Waltraud Leinberger auch ein Präsent überreichte, u.a. einen Kalender mit Bildern der Kirche.

„Geh unter der Gnade“ hieß das Lied, welches der Projektchor vorgetragen wurde. Eine Videoaufzeichnung findest Du im weiteren Verlauf dieses Beitrages.

Im Anschluss an den Gottesdienst waren alle Besucher wieder zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Nicht selten stand „dieses kleine, verschrumpelte Etwas“ im Mittelpunkt der Gespräche. So trugen die Blumenzwiebeln bereits vor dem Setzen ersten Blüten, das Miteinander und den persönlichen Austausch der Menschen.

„Geh unter der Gnade“ – Gesungen vom Projektchor

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