In Feldkrücken gibt es keine Osterhasen, sondern Osterhühner

Mit sechs Bio-Eiern aus einer heimischen Handelskette fing es im Sommer 2013 an: Die heute 24-jährige Isabell Wißner aus Feldkrücken hatte gerade das Abitur bestanden und suchte nach dem Schulstress ein Hobby.

Die Bio-Eier waren nicht für den Verzehr gedacht, sondern sie sollten in einer Brutmaschine ausgebrütet werden. Der Erfolg war sehr gut, denn es schlüpften fünf weibliche und ein männliches Küken der Rasse Maran. Die  Marans stammen aus Frankreich, wo sie um die Stadt Maran schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts erstmals in Erscheinung traten. In Deutschland sind die Maran Hühner erst seit 1979 als Hühnerrasse anerkannt. Das Hauptaugenmerk der Franzosen lag bei der Erzüchtung des Marans vor allem auf einer guten Wirtschaftlichkeit dieser Hühnerrasse. Die Maran Hühner gelten daher als hervorragende Zwienutzhühner. Sie liefern neben außergewöhnlich gefärbten Eiern bei guter Legeleistung also auch einen entsprechenden Sonntagsbraten ab.

Als Sonntagsbraten sind die Marans bei Isabell Wißner nicht gedacht, sie legt vielmehr Wert auf die schön gefärbten Eier, die teilweise sehr dunkelbraun sind. Kaum eine Hühnerrasse bringt so viel Farbe ins Nest, wie die Maran Hühner. Die Schale der Eier ist von dunkelbrauner Farbe, manchmal zusätzlich von dunklen Flecken durchzogen und erinnert dabei an Schokoladeneier. Auch die Qualität der Maran Eier unterscheidet sich dabei deutlich von den Eiern anderer Hühnerrassen. Ihre Schale ist wesentlich dicker, als die eines herkömmlichen Hühnereis. Das macht sie besonders lange lagerfähig, da nur wenig Flüssigkeit verdunsten kann und Keime und Bakterien es schwer haben, durch die Schale zu dringen.

Außerdem schlägt sie sich auch auf die Brutfähigkeit nieder. Auch mehrere Monate nach dem Legen kann ein Maran Ei noch zum Ausbrüten verwendet werden und bringt gute Schlupfergebnisse. Die Legeleistung der Maran Hühner ist mit 160 bis 180 Eiern im Jahr dabei durchaus vorzeigbar. Auch die Eigröße kann mit rund 65 Gramm überzeugen.

Der Anfangsbestand von sechs Hühnern hat sich inzwischen auf 30 erhöht und soll im Laufe des Jahres nochmals um rund 15 Stück ansteigen. Zu den Marans ist noch die Rasse Araucaner hinzugekommen bei denen die türkisgrünen Eier dem Huhn auch den Beinamen „Grünleger“ gegeben haben. Die Legeleistung von bis zu 180 Eiern im Jahr kann sich für ein Zierhuhn sehen lassen.

Als dritte Rasse hat Isabell Wißner die Rasse „Cream Legbar“, die aus dem Gold Legbar, weißen Leghorn und cremefarbenen Araucana Hühnern erzüchtet und 1958 anerkannt wurden. Die Hennen legen zwischen 180 und 200 blaue oder grüne Eier im Jahr.

Das wichtigste bei allen Rassen sei für sie, die Vielfalt der bunten farblichen Eier. Je nach Alter der Hennen seien die Farben unterschiedlich stark ausgeprägt. Dadurch, dass die Hähne und Rassen nicht strikt getrennt gehalten würden, gebe es inzwischen auch einen Mix zwischen den Rassen.

Die insgesamt bunte Vielfalt der Farben der Feldkrückener Hühnereier hat sich gerade in der Osterzeit zu einem wahren Renner entpuppt, denn man braucht sie nicht mehr zu färben und so kann man scherzhaft sagen: Bei Wißners in Feldkrücken kommt nicht der Osterhase, sondern die Osterhühner.

Laut der deutschen Tradition ist es der Osterhase, der die Ostereier versteckt. Diese Tradition wurde von Schweden übernommen. Es kann aber auch sein, dass man dort im Zusammenhang mit Ostern einen Osterhahn sieht. Und dieser hat nicht nur einen dekorativen Grund, sondern wird auch schon in der Bibel im Zusammenhang mit Jesus Tod erwähnt. In einigen schwedischen Familien ist es deshalb nicht der Osterhase, der die Ostereier bringt und versteckt, sondern der Osterhahn.