„Des Lewe fängt o dem Dog o, o dem mer sich en Gorde gemocht hot“

Die Evangelische Kirchengemeinde Feldkrücken feierte am Sonntagmittag wieder einmal einen Mundartgottesdienst. Im Mittelpunkt der Predigt stand dabei der Garten. So sage ein Sprichwort „Das Leben fängt an dem Tag an, an dem man sich einen Garten gemacht hat“ auf Platt hörte sich dies so an: „Des Lewe fängt o dem Dog o, o dem mer sich en Gorde gemocht hot“. 

Bereits in der Schriftlesung aus dem 2. Brief an die Korinther ging es um das Säen und Ernten, denn in Kapitel 9 steht: Ich bin davon überzeugt: Wer wenig sät, der wird auch wenig ernten; wer aber viel sät, der wird auch viel ernten. Auch das Anspiel zur Predigt beschäftigte sich mit dem Säen: Zwei Frauen sehen in der Straße einen fremden Mann mit Gummistiefeln und einem großen Rucksack. Sie Rätseln was es damit auf sich hat. Noch geheimnisvoller wird es, als sie feststellen, dass ein Spaten im Rucksack ist und der Mann etwas auf einem Grundstück, wo ein Haus abgerissen wurde, vergraben will. Eine verschwundene Katze oder Leichenteile sind die Vermutungen der beiden Frauen.

Sie sehen dann aber, dass er kleine Päckchen eingräbt und daneben Schildchen mit Nummern und Symbolen wie Ringe, Sonne und Glocke darauf stehen. Da der Mann ja nichts Verbotenes gemacht hat gehen die Frauen einfach weiter und rufen nicht, wie sie am Anfang wollten, die Polizei. Nach ein paar Wochen kommen sie wieder an diesem Grundstück vorbei und sehen ein Blütenmeer. Nun dämmert es, dass die Symbole die verschiedenen Blumenarten wie Sonnenblumen, Glockenblumen und Ringelblumen bedeutet hatten. Die Frauen sind begeistert dass der Mann etwas für die Bienen und Hummeln getan hat.

Bei der Predigt war dann zu hören, dass für die Chinesen der „Gorde jo ebbes ganz Besonneresch es“. Hier sitze der Mensch in der Mitte und solle zur Ruhe kommen und sich wohlfühlen. Wer heute einen Garten besitze habe immer etwas zu tun. Das Unkraut wachse meist schneller, wie das Gesäte. Wenn es regne, müsse man dauernd den Rasen mähen und beim trockenen Wetter dauernd „lecke“ (gießen). Das Bild des Gartens passe auch zu der eigenen Kirchengemeinde.

Man sei dafür da, dass das was uns anvertraut sei, zu bebauen, zu bewahren, zu hegen und zu pflegen sowie zum Wachsen und zum Blühen zu bringen. Dabei solle man aber auch das Unkraut stehen lassen, denn das sei auch gut für die Bienen und Hummeln. Zudem sei manches Unkraut auch gegen verschiedene Krankheiten gut. Auch die Kirchengemeinde Feldkrücken sei wie ein schöner bunten Garten, dabei müsse nicht alles kerzengerade aufgeräumt sei, die Hauptsache sei: „mir ho Läwe dren“ (wir haben Leben drin). Von den Konfirmanden wurden abschließend kleine Tütchen mit Blumensamen verteilt, die die Besucher zu Hause aussäen sollen.

Im Rahmen des Mundartgottesdienstes wurde Kirchendienerin Waltrud Leinberger für ihre zehn-jährige Tätigkeit vom Kirchenvorstand mit einem Präsent und Blumen bedacht. Der Gottesdienst wurde gestaltet von: Anke Schleuning, Andrea Schütter, Monika, Heidi und Claudia Rühl, Elvira und Stefanie Faust sowie Ingo und Marion Appel. Unter den zahlreichen Besuchern waren auch Dekanin Sabine Bertram-Schäfer und Pfarrerin Antje Armstroff. Im Anschluss gab in der Kirche Kaffee und Kuchen.