Eine nach einem längeren Stromausfall ausgetretene größere Menge Gas aus einer Biogasanlage in Wohnfeld war am Freitagabend die Ausgangslage einer Großübung der Ulrichsteiner Feuerwehren und der Feuerwehr aus Mücke-Sellnrod. Angenommen wurde weiterhin, dass es zu einer Verpuffung gekommen war und dass eine Person in der Anlage vermisst wurde.

Feuerwehrübung in Wohnfeld

Zuerst trafen die nach Alarmplan angeforderten Ulrichsteiner Feuerwehren aus Wohnfeld, Bobenhausen und die Stützpunktfeuerwehr sowie die Feuerwehr Sellnrod an der Einsatzstelle ein. Zur Erkundung und Menschenrettung gingen zwei Atemschutztrupps in die Anlage vor. Die vermisste Person wurde dabei auf dem Dach des Bioreaktors aufgefunden und gerettet. Die Feuerwehr Wohnfeld entnahm Wasser aus dem nahe gelegenen Streitbach und baute zur Abschirmung des Gases eine Wasserwand auf. Die Feuerwehren Sellnrod und Ulrichstein entnahmen Wasser aus einem Hydranten und schirmten ebenfalls unter Atemschutz die nahe gelegenen Stallungen mit einem Wasserwerfer und einem Hochdrucklüfter vor dem ausgetretenen Biogas ab.

Die nach einer zweiten Alarmierung in Wohnfeld eingetroffenen Ulrichsteiner Feuerwehren aus Kölzenhain, Feldkrücken, Ober-Seibertenrod, Helpershain und Unter-Seibertenrod hatten den Auftrag, eine Wasserversorgung über rund 450 Meter vom Wohnfelder Feuerlöschteich aus aufzubauen. Beobachtet wurde die Übung von zahlreichen Zuschauern, darunter auch den Ulrichsteiner Magistratsmitgliedern. Eine Stunde nach Übungsbeginn waren alle Übungsziele erreicht und die 77 Übungsteilnehmener, darunter zahlreiche Atemschutzgeräteträger, versammelten sich zur Übungsbesprechung in der Wohnfelder Mehrzweckhalle.

Stadtbrandinspektor Andreas Hädicke und Wehrführer Herbert Scharmann erläuterten den Übungsablauf und dankten den Übungsteilnehmern für den gezeigten Einsatz. Wehrführer Scharmann, der die Übung ausgearbeitet hatte, ging dabei noch kurz auf die Funktionsweise und die Gefahren einer Biogasanlage für die Einsatzkräfte ein. Erster Stadtrat Werner Funk dankte ebenfalls den teilnehmenden Feuerwehrangehörigen.