Sehr erstaunt über die vielen Autos vor der Kirche, eine bis auf den letzten Platz besetzte Kirche und die Anwesenheit des Evangelischen Posaunenchors war Pfarrer Manfred Hofmann beim Gottesdienst am Pfingstsonntag in Feldkrücken. Auf einen fragenden Blick zum Dirigenten des Posaunenchors, Ullrich Leitner hin, bekam er leider auch nur ein Schulterzucken.

Einen noch erstaunteren Gesichtsausdruck bekam Hofmann dann, als er nach der Predigt vom Kirchenvorsteher Ingo Appel gebeten wurde, zusammen mit seiner Frau Christa, vor dem Altar Platz zu nehmen. Mit den Worten: „Heute vor fast 40 Jahren kamt ihr nach Ulrichstein und Feldkrücken“, lüftete Appel, dann das Geheimnis. „Und auch nach 40 Jahren seid ihr immer noch da, um den Menschen die Liebe Gottes zu verkünden. Nicht nur mit Worten, sondern mit Taten. In den Kirchengemeinden seid ihr bei allen Anlässen, egal ob kirchliche oder sonstige Veranstaltung anwesend und feiert mit uns. Ihr reicht Menschen die versöhnende Hand. Vielen Menschen seid ihr beigestanden – in Freud und Leid – am Krankenbett – am offenen Grab.

Unzählige Male saß ein Mensch euch gegenüber und hat sein Herz ausgeschüttet. Auch selber habt ihr erfahren, dass das Leben kein gemütlicher Spaziergang ist“, so der Kirchenvorsteher in seiner Begrüßung. Er erinnerte dann an ein paar Geschehnisse aus dem Jahre 1976. So musste man sich Auto vorne anschnallen, die „Biene Maja“ kam zum ersten Mal im Fernsehen, Helmut Schmidt wurde im Kanzleramt erneut bestätigt und in Feldkrücken wurde ein TSF für die Feuerwehr im Wert von 6.000 DM angeschafft. Zwecks Vervollständigung der Straßenbeleuchtung in Feldkrücken beantragte der Ortsbereit damals drei Peitschenlampen und Familie Hofmann zog 1976 im Pfarrhaus Ulrichstein ein.

Die Laudatio zum 40-jährigen in Ulrichstein und Feldkrücken hielt Lieselotte Semmler. Sie beleuchtete seinen beruflichen Werdegang der mit dem Theologie Studium in Darmstadt und Marburg begonnen habe. Der seelsorgerische Dienst in Leusel und als Krankenhausseelsorger in Alsfeld sei gefolgt, ehe er in den Hohen Vogelsberg kam. Zwei Begebenheiten aus dem Dienst von Manfred Hofmann brachten dann die Anwesenden zum Lachen. So habe er bei einem Pfarreraustausch in den USA „Cherry cake“, Kirschkuchen, bestellen wollen, herausgekommen sei allerdings „Church cake“ Kirchenkuchen. In Bobenhausen habe er bei der Eröffnung der Kirchensynode alle aufgefordert das Handy auszuschalten um ungestört den Ausführungen zu lauschen. Nur sein eigene habe er dabei vergessen und prompt habe dies geklingelt. Für die restliche Zeit im Dienste des Herrn wünschte Frau Semmler Kraft und Ausdauer.

„Wir sind froh, dass es Sie gibt. Ohne Sie und ihr ganzes Wirken würde in der Kirchengemeinde etwas fehlen. Ihre Art und Weise, wie Sie als Mensch sind und das Leben mit uns, als ihrer Herde, tut vielen gut“, so Beate Betz und Michaela Scharmann vom Kirchenvorstand Ulrichstein. Der Arbeitsplatz des Pfarrers sei zwar krisensicher, denn Nachwuchsmangel sei seit Jahren die Regel. Die Bezahlung auch nicht schlecht, aber der Sonntag nicht arbeitsfrei. Sie bedauerten allerdings, dass durch den ständigen Wertewandel und eine sich dauernd veränderte Gesellschaft, Kirche und Religion nicht die verdiente Würdigung erhielten.

Bürgermeister Edwin Schneider gratulierte namens der städtischen Gremien zu diesem besonderen Jubiläum und danke für dessen Wirken. „Sie sind ein wirklicher Stützpfeiler unserer Gemeinde auf den immer und uneingeschränkt Verlass ist“. Humorvoll meinte Schneider dann: „,,nach Erneuerung des Achsschenkels läuft er wieder gerade in der Spur“.

Bei dem Gottesdienst wirkten der Evangelische Posaunenchor Ulrichstein unter der Leitung von Ullrich Leitner, Organistin Nicole Jost und Organist Karl-Friedrich Dörr, Chorgemeinschaft und Landfrauen Ulrichstein unter der Leitung von Werner Betz sowie die Kindergottesdienstkinder und der Frauenkreis Feldkrücken unter der Leitung von Annette Keil.

Abschluss des Festgottesdienstes war ein gemeinsames Kaffeetrinken in der Kirche.

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